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  Pinocchio
 
Pinocchio, in Deutschland ursprünglich unter dem Titel Pinocchio, das hölzerne Bengele veröffentlicht, ist der zweite abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios aus dem Jahr 1940. Er bezieht sich auf die Geschichte Die wundersamen Abenteuer Pinocchios von Carlo Collodi. Der Film feierte am 7. Februar 1940 Premiere und stellte sich als Nachfolger des sehr erfolgreichen Erstlingswerkes von Produzent Walt Disney, Schneewittchen und die sieben Zwerge, einer großen Herausforderung. 1994 wurde dieser Film in die National Film Registry aufgenommen, in dem als besonders erhaltenswert geltende US-Filme verzeichnet sind. Der Film gehört zudem laut dem American Film Institute zu den 100 beeindruckendsten Filmen Amerikas.

Handlung
Der Spielzeugmacher Gepetto ist stolz auf sich. Seine neue Puppe ist ihm gut gelungen und nun hat er einen sehnlichen Wunsch. Er wünscht sich, seine Puppe Pinocchio möge am nächsten Morgen ein echter Junge sein. Tatsächlich erscheint in der Nacht eine blaue Fee und verwandelt Pinocchio immerhin in eine lebende Holzpuppe. Zufällig dabei ist der Landstreicher Jiminy Grille, der von da an Pinocchios „gutes Gewissen“ darstellt.

Als Gepetto am nächsten Morgen erwacht, traut er seinen Augen kaum. Pflichtbewusst wird ihm klar, dass Pinocchio zur Schule gehen muss und zusammen mit Jiminy Grille macht sich Pinocchio auf den Weg. Doch auf dem lauern erste Gefahren, denn zwei hinterlistige Gestalten, ein Fuchs und ein Kater, wollen Pinocchio an das Marionettentheater von Stromboli verkaufen. Pinocchio lässt sich leichtfertig beschwatzen und selbst durch das beherzte Eingreifen von Jiminy Grille kann er nicht aufgehalten werden. Er wird der Star des Marionettentheaters von Puppenspieler Stromboli. Pinocchio macht sein Engagement zunächst großen Spaß, doch damit ihm sein neuer Goldesel nicht entwischt, sperrt Stromboli Pinocchio nach der Vorstellung in einen Käfig. Nur mit Hilfe der Blauen Fee kann er sich befreien. Derweil macht sich Gepetto zu Hause gewaltige Sorgen. Er baut sich ein Boot und macht sich auf die Suche nach seinem Jungen.

Als Pinocchio davon erfährt, beschließt er sofort nach seinem Vater zu suchen, doch er sieht nur noch, wie Gepetto hinter einer Welle verschwindet. Pinocchio ist nun am Boden zerstört und er verspricht, nie wieder etwas Unanständiges zu tun. Doch schon bei der nächsten Gelegenheit gerät Pinocchio wieder an den Fuchs und den Kater, die ihn zusammen mit anderen Kindern auf eine Vergnügungsinsel locken wollen. Begeistert fährt er mit Lampwick, einem Herumtreiber, auf die Insel, auf der es nur Kinder gibt und jeder tun und lassen kann was er will. Doch nach einigen Monaten verwandeln sich alle Kinder in Esel und werden verkauft, nur Pinocchio kann entkommen. Er durchschaut die Nachteile eines Menschendaseins und entwickelt den Wunsch, wieder eine normale Puppe zu sein. Er macht sich mit Jiminy Grille auf den Weg nach Hause. Wieder zu Hause stellen die beiden fest, dass Gepetto verschwunden ist.

Pinocchio ist verzweifelt, jedoch findet er heraus, dass Gepetto von einem Wal verschluckt wurde. Sofort macht sich Pinocchio auf den Weg und sucht überall nach ihm. Durch einen Zufall landet auch Pinocchio im Bauch des Wals und trifft dort endlich seinen Ziehvater wieder. Sie animieren den Wal zum Niesen und schaffen es so, den Walbauch zu verlassen. Der Wal verfolgt die beiden, doch die beiden können auf einem Floß zunächst fliehen. Pinocchio rettet seinen Vater schließlich, indem er sich selbst opfert. Für sein tapferes und selbstloses Verhalten wird der Holzjunge belohnt und endlich in einen richtigen Jungen verwandelt. Von nun an beschließt Pinocchio endgültig ein braver Junge zu sein und jeden Tag ordnungsgemäß in die Schule zu gehen.

Hintergrund
* Bei seiner Herstellung wurde Pinocchio streng von Walt Disney überwacht. So verlangte er von seinen Mitarbeitern präziser zu arbeiten, als nach der Hälfte der Produktionszeit schon Unsummen an Geld und Zeit verschlungen worden waren. So kann man heute kaum einen Teilbereich des Filmes nennen, bei dem sich irgendein Manko oder Ähnliches entdecken ließe.

* Dies ist der erste Film, der umfangreichen Gebrauch macht von der Multiplan-Kamera, die aufgrund der gestaffelten Anordnung von Vorder-, Mittel- und Hintergründen beeindruckend viel räumliche Tiefe zu simulieren vermag, z. B. durch Parallaxenverschiebung während Kamerafahrten und der Möglichkeit auf verschiedene Bildebenen zu fokussieren. Durch den Einsatz dieser Technik avancierte Pinocchio zu einem der teuersten Filme der damaligen Zeit. Das Budget lag bei etwa 2,6 Millionen US-Dollar.

* Ursprünglich sollte Bambi der zweite Spielfilm werden. Allerdings war sich Walt Disney nicht ganz sicher und wusste nicht wie er vorgehen sollte. Weil man für Pinocchio mehr Ideen hatte, und diese Geschichte überhaupt viel mehr Möglichkeiten bot, entschloss man sich, sie als Nachfolger von Schneewittchen und die sieben Zwerge zu produzieren.

* Jiminy kommt im Buch nur einmal als namenlose Grille vor. Pinocchio tötet sie mit einem Hammer, weil sie ihm einen Rat gibt. Und dann taucht sie später als Geist auf. Was Disney in dieser Figur sah war, dass sie den Kern dessen enthielt, was diese Geschichte funktionieren lassen könnte. Walt war der Meinung, in der Geschichte sei nicht genug Wärme, Liebe und Freundschaft. Deshalb baute er Jiminy Grille ein. Am Ende war er das Herz der Geschichte, statt mit einem Hammer erschlagen zu werden. Er beginnt, den Film immer mehr zu dominieren.
 
Filmmusik
Leigh Harline komponierte in Zusammenarbeit mit dem Texter Ned Washington fünf Lieder und gestaltete mit Unterstützung von Paul J. Smith auch große Teile der Filmmusik. Unter den Songs war auch „When you wish upon a Star“ – dieses Lied bildet ein wichtiges Leitmotiv und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Art Disney-Hymne. Mit ihm ist Pinocchio auch der erste Disney-Film, der Academy Awards in den Kategorien „Beste Musik“ und „Bester Song“ gewann. Erst Mary Poppins (1964) konnte sich diesem Erfolg anschließen.

In Pinocchio ist eine besonders stark ausgeprägte sinfonische Gestaltung in Form thematisch-motivischer Arbeit spürbar. Hinzu kommt eine sehr farbige Instrumentierung und neben Liedhaftem finden sich auch Spuren des Jazz. Die Sequenz mit dem Wal, der Pinocchio und Gepetto auf ihrem Floß jagt, spielt sich gar zu einem sinfonieartigen Stück auf – unter Verwendung vom thematischen Material Harlines komponiert von Edward Plumb. Plumb (1907-1958) gehörte zu denen, die bei den Disney-Studios häufig ungenannt blieben und deren musikalischen Beiträge leicht anderen Künstlern zugeordnet werden.

Eine Instrumentalversion von „When you wish upon a Star“ wurde verwendet in der Schlusssequenz des Science-Fiction-Films Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) von Steven Spielberg. Im Film werden folgende Lieder verwendet.

* When You Wish Upon a Star – Jiminy Grille

* Little Wooden Head – Geppetto

* Give a Little Whistle – Jiminy Grille & Pinocchio

* Hi-Diddle-Dee-Dee – Ehrlicher John

* I’ve Got No Strings – Pinocchio

* Klick-Klack – Pinocchio
 
   
 
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