Seit den Anfängen der Filmgeschichte ist Liebe als Motiv im Film präsent. So sorgte William Heise bereits 1896 mit Der Kuß, der die beiden Darsteller in inniger Umarmung zeigt, für einen Skandal. Hollywoods Studiosystem nutzte Liebesgeschichten, um seine Stars zu propagieren und vermarktete über das romantische Geschehen Schauspielerinnen wie Greta Garbo, in Diensten von MGM und Marlene Dietrich, für Paramount tätig. Diese Studios überhöhten das Spiel ihrer weiblichen Stars durch den typischen Stil in brillanten und glamourösen, hell ausgeleuchteten Bildern. Für Leinwandpaare wie Katharine Hepburn und Spencer Tracy oder Myrna Loy und William Powell wurden romantische oder tragische Liebesgeschichten geschrieben, die als Katalysator für ihre Publikumsattraktivität dienten.
Durch die Restriktionen des Hays Code blieben die dargestellten Beziehungen im US-amerikanischen Film züchtig, Erotik und Sexualität wurden höchstens angedeutet. Nach dem Niedergang des Studiosystems wurde die Darstellung von Sexualität expliziter und die Darstellung der Liebe blieb nicht immer nur den Klischees behaftet. Topoi wie gleichgeschlechtliche (Mein wunderbarer Waschsalon, 1985), ethnische Schranken überwindende (Rat mal, wer zum Essen kommt, 1967) und generationenübergreifende Liebe (Harold und Maude, 1971) erweiterten den Themenbereich des Liebesfilms. Besonders im europäischen Film wurden einzelne vorher unbeachtete Aspekte der Liebe herausgearbeitet: der private, zuweilen selbstzerstörerische Charakter (Der letzte Tango in Paris, 1974), die Problematik von Dreiecksgeschichten (Jules und Jim, 1961) oder die Unmöglichkeit der Liebe im sozialen Umfeld (Angst essen Seele auf, 1974).
Der moderne Hollywood-Film bindet Liebesgeschichten dramaturgisch in populäre Genres wie den Thriller oder den Science-Fiction-Film ein, bedient aber auch mit der Romantischen Komödie (e-m@il für Dich, 1998) die Nachfrage nach konventionellen, ein Happy End bietenden Liebesfilmen.
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